Familienbad & Kaiserbädersaal

Vom noblem Strandcasino zu unserem Kaiserbädersaal

Ein außergewöhnlicher Anblick an der Heringsdorfer Strandpromenade ist unser Kaiserbädersaal mit seinem gläsernen Forum.

1898 wurde auf der Stelle, auf der heute unser Kaiserbädersaal steht, ein für die Zeit nobles Strandcasino von der damaligen Heringsdorfer Aktiengesellschaft, die es heute nicht mehr gibt, gebaut. Schon damals gab es darin einen großen Saal mit Bühne, Leseräume und einen Zugang zu einem Restaurant. Am Ende des 2. Weltkrieges fällt das Casino einem Feuer zum Opfer und brennt bis auf die Grundmauern runter. Durch die russische Armee entstand jedoch zwei Jahre später das Heringsdorfer Kulturhaus. Das Stuckbild mit Tanzenden und Musizierenden, dass heute noch das Dach des Gebäudes schmückt stammt noch aus der Zeit der Sowjetunion. In der DDR fanden im Kulturhaus regelmäßig Tanz-, Theater oder Kinoveranstaltungen statt. Auch für größere Veranstaltungen wie Jugendweihen oder Einschluungen wurde das Kulturhaus genutzt. Auf Postkarten dieser Zeit wurde das Kulturhaus gern abgebildet. Von 1996-1997 wurde das Kulturhaus umgebaut. Dabei teilte sich das ursprüngliche Gebäude in zwei Teile. Ein Teil wurde zur Heringsdorfer Spielbank, die bis 2014 ein beliebter Anlaufpunkt war. Heute findet man dort den ersten Marc O’Polo Konzeptstore, der mit seinem Namen „Marc O’Polo Strandcasino“ an die ursprüngliche Bedeutung des Gebäudes erinnert.

Der andere Teil des ehemaligen Kulturhauses wird zum Kursaal des Maritim Hotel Kaiserhofs, der später umbenannt wird in Kaiserbädersaal.

Direkt auf der anderen Seite des Kaiserbädersaals und dem gläsernen Forum befindet sich unser eigener Strandaufgang und auch dieser hat etwas ganz besonderes zu bieten. Läuft man auf den Strand zu sieht man schon von weitem ein gelb-rotes Schild auf dem man einen interessanten historischen Hinweis findet. Seit 2018 darf man ab dem Schild 15 Meter rechts und 15 Meter links nicht mehr baden gehen aus dem Grund, dass an dieser Stelle Metalpfeiler aus dem Boden schauen.

Diese Pfeiler gehört zu dem 1909/1910 gebauten Familienbad. Eine der insgesamt 3 Badeanstalten die es in Heringsdorf gab. Als dessen Schöpfer gilt Dr. Werner Delbrück der damals Vorsitzender der Aktiengesellschaft Heringsdorf war. Mit 200 Umkleidekabinen wollte man den wachsenden Besucherzahlen gerecht werden. Schon der Eingangsbereich von der Promenadenseite aus war mit den großen und kleinen Türmen ein echter Hingucker. Betrat man das Bad gelangte man in einen Eingangsbereich der in einen großen Saal führte. Die beiden Flügel führten direkt ins Wasser. Dort befanden sich die Umkleidekabinen, die es beiden Geschlechtern gestattete getrennt ins Wasser zu gehen. 1923 wurde in Bansin die Freibadererlaubnis erlassen, dies machte die Badeanstalten überflüssig.  Freigespült von den zahlreichen Stürmen der letzten Jahre erinnern heute nur doch die aus dem Ostseeboden hervorstehenden Metalpfeiler an die Badeanstalt.